Vereinstätigkeiten

Der Društvo/Verein Peršman arbeitet kontinuierlich an verschiedensten Projekten, alle stehen in einem engen thematischen Zusammenhand mit dem Museum und der Gedenkstätte Peršmanhof. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Tätigkeitsbereiche des Društvo/Verein Peršman vor.

 

Museale Vermittlungsarbeit am Peršmanhof (seit 2001)

Die Trägerorganisation der Gedenkstätte und des Museums Peršmanhof ist der Verband der Kärntner Partisanen. Ein Kooperationsvertrag mit dem Društvo/Verein Peršman regelt die Zusammenarbeit beider Organisationen. In diesem wird u.a. die museale Vermittlungsarbeit am Peršmanhof dem Društvo/Verein Peršman übertragen. Die mit der Vermittlungsarbeit betrauten MitarbeiterInnen werden auf ihre Tätigkeit vorbereitet bzw. bringen sie dafür entsprechende Ausbildungen mit. Punktuell konzipieren sie eigens für Schulen entwickelte Vermittlungsprojekte zum Thema Nationalsozialismus und führen diese durch. Mittlerweile besteht ein Netzwerk überwiegend ehrenamtlich tätiger MitarbeiterInnen, welche die museale Vermittlungsarbeit mit großer Begeisterung leisten. Die Vermittlungsarbeit nimmt damit einen großen Schwerpunkt in der laufenden Vereinsarbeit ein.

 

Kunst- und Kultur (2003)

Mit dem Theaterstück „Elf Seelen für einen Ochsen/Enajst dus za enega vola“ machte die Regisseurin Tina Leisch – Obfrau des Društvo/Verein Peršman in den Jahren 2001 bis 2004 – die Geschichte des Peršmanhofes weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Gleichzeitig gelang ihr mit den Aufführungen in Bad Eisenkappel/Železna Kapla, Klagenfurt/Celovec und Villach/Beljak eine Enttabuisierung des Themas auch innerhalb Kärntens.
Uraufgeführt beim „Festival der Regionen“ im Jahr 2003 tourte das dokumentarisch angelegte Theaterstück durch mehrere Bundesländer Österreichs. Das Stück konfrontierte die ZuschauerInnen mit dem am Peršmanhof begangenen Kriegsverbrechen und seiner Justizgeschichte. „Gerade Theater kann eine Form von historischem Gedächtnis sein. Es ist gut, manche historische Alpträume öffentlich auf der Bühne zu träumen, um sie davon abzuhalten, sich in der wirklicheren Wirklichkeit wieder zu ereignen.” (Tina Leisch)

 

Wissenschaft und Forschung (2003/2004)

Als Basis für eine schon damals geplante Museumsneugestaltung fungierte der Društvo/Verein Peršman in den Jahren 2003 bis 2004 als Projektträger für ein umfassendes historisches und museumspädagogisches Forschungsprojekt. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Karl Stuhlpfarrer begannen – finanziert von Nationalfonds und Zukunftsfonds der Republik Österreich – historische Recherchen zum Peršmanverbrechen und zur Geschichte der umliegenden Höfe. Ein bedeutender Aktenfund – die Volksgerichtsakten zum durchgeführten Ermittlungsverfahren gegen Angehörige des SS- und Polizeiregiments 13 – erlaubten auf einer soliden Quellenbasis neue, gesicherte Forschungserkenntnisse: Zum einen konnte die Täterschaft für das Verbrechen am Peršmanhof erstmals eindeutig dem SS- und Polizeiregiment 13 zugeordnet werden, zum anderen ergaben sich neue Erkenntnisse im Bereich der Justizgeschichte. Eine zweite Arbeitsgruppe unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner erarbeitete Vorschläge zu einer Museumskonzeption, die eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte Südkärntens anhand von Lebens- und Familienbiografien ermöglichen sollte.

 

Bildungsprojekte (2007/2008)

Die Jahre 2007 und 2008 standen ganz im Zeichen länderübergreifender Bildungsprojekte mit Jugendlichen. „Zeit zu reisen – potovanje skozi čas“ war der Titel eines Jugendbegegnungsprojektes in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Moringen in Niedersachsen (Deutschland). Dieses Projekt zeichnete sich durch einen innovativen Vermittlungsansatz aus, der die teilnehmenden Jugendlichen mit hoher Verantwortlichkeit in die Projektgestaltung einbezog. Die zweijährige Laufzeit des Projektes intensivierte die Auseinandersetzung der österreichischen und deutschen TeilnehmerInnen mit der NS-Geschichte, wobei die Verbindung von Moringen und Südkärnten das gemeinsame und verbindende Thema darstellte: Einige Jugendliche aus Bad Eisenkappel/Železna Kapla waren nach 1940 in das Jugendkonzentrationslager Moringen deportiert worden, weil sie oder ihre Familien unter Verdacht standen, die PartisanInnen unterstützt zu haben. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur als „Best-Practice-Projekt“ ausgezeichnet.

 

Neugestaltung des Museums am Peršmanhof (2011/2012)

Die Neugestaltung der Dauerausstellung im Museum am Peršmanhof stellte seit der Gründung im Jahr 2001 ein zentrales Anliegen des Društvo/Verein Peršman dar. 2012, im dreißigsten Bestandsjahr, wurde das Museum in enger Zusammenarbeit mit dem Verband der Kärntner Partisanen durch das KuratorInnenteam Dr.in Lisa Rettl, Dr. Werner Koroschitz und Mag.a Uli Vonbank-Schedler völlig neu gestaltet und vergrößert. Auf einer Ausstellungsfläche von rund hundert Quadratmetern wurden neue Schwerpunkte geschaffen, die dem Ort, seinen BewohnerInnen und seiner Geschichte gerecht werden: Das Kriegsverbrechen und seine Justizgeschichte werden ebenso thematisiert wie die Familiengeschichte der Sadovniks und die Geschichte der Kärntner SlowenInnen mit den Hauptschwerpunkten Verfolgung, Deportation und Widerstand. Audiovisuelle Medien – Hörstationen und Filmbeiträge – sowie zahlreiche biografische Beispiele rücken die Erfahrungen von ZeitzeugInnen in den Mittelpunkt und machen die regionale Geschichte lebendig und nachvollziehbar.